Die Geschichte über das Feuerwehrwesen im Markt Abtswind

Historisches Feuerwehrhaus um 1820

Ein Rückblick von Hans-Heinz Kopp, erstellt zum 100-jährigen Jubiläumsfest 1991. Aktuell in Bearbeitung.

Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
und was er bildet, was er schafft,
das dankt er dieser Himmelskraft.
Wenn sie der Fesseln sich entrafft,
einherritt auf der eignen Spur,
die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen,
wachsend ohne Widerstand,
durch die volkbewegten Gassen wälzt
den ungeheuren Brand;
denn die Elemente hassen
das Gebild der Menschenhand.

Friedrich Schiller (1799)

Seit Menschen Gedenken ist das Feuer für den Menschen Freund und Feind zugleich. Die· Nutzbarmachung des Feuers für den Menschen war ein großer Schritt in seiner Entwicklung. Doch je stärker er sich das Feuer zu Nutze machte und in der Zivilisation fortschritt, umso größer wurde auch die Gefahr von Bränden und Brandkatastrophen, wie die Geschichtsbücher so reichhaltig erzählen. Gleich ob Wald-, Haus-, Dorf-, oder Stadtbrand, im Krieg oder im Frieden, immer wieder wird der Mensch diesem Ereignis überraschend gegenübergestellt und immer wieder versucht er dem Ereignis Herr zu werden, dem Feuer aktiv aber auch vor allem passiv durch entsprechende Schutzmaßnahmen zu wehren. In Deutschland sind die ersten Feuerordnungen im 13. Jahrhundert bekundet. Ab da.lässt sich auch eine Entwicklung des Feuerschutzes erkennen.

Das Frühstadium reicht bis zur Einführung der Feuerspritze Anfang des 16. Jahrhunderts, gefolgt von der Periode bis zur Erfindung der Schläuche Ende des 17. Jahrhunderts und der Periode bis zur Bildung militärisch organisierter Feuerwehren Mitte des 19. Jahrhunderts mit entsprechenden gesetzlichen Regelungen, dem Schritt in die Periode, die bis heute reicht. Dies ist auch die Zeit, in der Bürger von Abtswind beschlossen, auf freiwilliger Basis eine Feuerwehr in der Rechtsform eines Vereins zu schaffen. Nach den vorhandenen Verzeichnissen über die Stamm-Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von Abtswind, dessen erste beiden Seiten nachfolgend abgedruckt sind, erfolgte die Vereinsgründung am 15. März 1891.

 

Das offizielle Protokoll Buch der Freiwilligen Feuerwehr von Abtswind beginnt jedoch erst mit einer Eintragung am 27. Januar 1895 über die Neuwahl der Chargen für den Zeitraum 1895 – 1898.

Der Text lautete:

 

Die Funktion des „Vorstandes” aus dem Vereinsrecht erscheint im Protokollbuch bis 1930. Das Protokoll vom 19. Januar 1930 ist noch von Johann Zwanziger als Vorstand und 1. Kommandant unterschrieben. Danach taucht die Stellung eines Vorstandes nicht mehr auf. Es ist deshalb zu vermuten, dass ab 1931 die Funktion des Vorstandes in der des I. Kommandanten auf gegangen ist, obwohl in der Vergangenheit der Vorstand in der Regel auch der I. Kommandant war. Die Rechtsform der freiwilligen Feuerwehr von Abts wind als nicht eingetragener Verein wird ab 197 6 auch wieder durch die Wahl von Beisitzern dokumentiert. Die Liste der sogenannten ,,Chargierten” seit Gründung bis heute ist lang aber auch ein Stück Geschichte der ansässigen Geschlechter.

Sie ergibt sich aus den vorhandenen Unterlagen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wie folgt:

Vorstände

Dinnbier, Alfred
Müller, Kaspar
Keil, Georg
Zwanziger, Johann
Wendel, Robert
Keller, Klaus
Kaiser, Sebastian
Kaypinger, Joachim

15.03.1895 – 18.01.1903
18.01.1903 – 10.10.1920
10.10.1920 – 20.11.1921
20.11.1921 – 19.01.1930
xx.xx.1996 – 15.01.2008
15.01.2008 – 26.01.2014
26.01.2014 – 02.02.2020
02.02.2020 – heute

1. Kommandanten

Dinnbier, Alfred
Müller, Kaspar
Zwanziger, Johann
Müller, Leonhard
Scheerer, Karl
Mix, Bernhard
Hilpert, Georg
Zehnder, Ernst
Herrmann, Fritz
Wendel, Robert
Dallner, Alfred
Keller, Klaus
Kaiser, Wolfgang

15.03.1891 – 18.01.1903
18.01.1903 – 10.10.1920
10.10.1920 – 11.06.1938
11.06.1938 – 16.09.1945
16.09.1945 – 1947
1947 – 1948
1948 – 11.07.1953
11.07.1953 – 26.01.1964
26.01.1964 – 01.03.1969
01.03.1969 – 01.03.1996
01.03.1996 – 01.03.2008
01.03.2008 – 01.03.2020
01.03.2020 – heute

2. Kommandanten

Müller, Kaspar
Keil, Georg
Eberlein, Fritz
Schirmer, Hans
?
Mix, Bernahrd
Senft, Martin
Feth, Willy
Höfer, Rudolf
Zwanziger, Konrad
Keil, Hermann
Schneider, Martin
Keil, Hermann
Dallner, Alfred
Hanselmann, Konrad
Nuß, Sascha

15.03.1891 – 18.01.1903
18.01.1903 – 10.10.1920
10.10.1920 – 11.06.1938
11.06.1938 – 22.12.1940
22.12.1940 – 19.09.1945
19.09.1945 – xx.xx.1947
11.07.1956 – 25.03.1956
25.03.1956 – 14.05.1960
14.05.1960 – 05.01.1963
05.03.1963 – 01.03.1969
01.03.1969 – 28.12.1973
28.12.1973 – 12.12.1976
12.12.1976 – 04.05.1984
04.05.1984 – 01.03.1996
01.03.1996 – 20.02.2020
01.03.2020 – heute

Schriftführer

Mahr, Andreas
Eberlein, Fritz
Schmidt, Adam
Hühsam, Georg
Koos, Martin
Eberlein, Andreas
Feth, Willy
Brenner, Leonhard
Krauss, Hans
Höfer, Hans
Hanselmann, Konrad
Hermann, Friedrich
Weis, Tobias

15.03.1981 – 18.01.1903
18.01.1903 – 18.12.1904
18.12.1904 – 02.01.1927
02.01.1927 – 16.09.1945
16.09.1945 – ??
11.07.1953 – 27.04.1958
27.04.1958 – 05.05.1968
05.05.1968 – 29.12.1975
29.12.1975 – 04.05.1984
04.05.1984 – 07.02.1988
07.02.1988 – 21.01.1990
21.01.1990 – 26.01.2014
26.01.2014 – heute

Kassierer

Senft, Nikolaus
Hoffwich, Johann
Höfer, Konrad
Lindwurm, Philip
Lauerbah, Friedrich
Koch, Fritz
Krauß, Paul
Layh, Manfred

15.03.1891 – 10.10.1920
10.10.1920 – 24.05.1936
24.05.1936 – 22.12.1940
16.09.1945 – ?
11.07.1953 – 23.05.1955
23.05.1955 – 19.02.1972
19.02.1972 – 04.05.1984
04.05.1984 – heute

Die Besetzung der mehr technischen als vereinsrechtlichen Position des „Zeugwartes” später „Gerätewartes” ist nicht so genau zu verfolgen. Erstmals wird der Zeugwart im Protokoll vom 27. 1. 1985 mit Schlegelmilch Andreas benannt. Das nächste Mal erst wieder 1929, mit Burlein Georg. Erst ab 1953 lässt sich die Position wieder verfolgen.

Müller, Hans
Fink, Karl
Hauck, Konrad
Sauerbrey, Rainer
Kaiser, Sebastian

11.07.1953 – 18.03.1962
18.03.1962 – Umzug Feuerwehrhaus 1989
Umzug Feuerwehrhaus 1989 – heute
26.01.2014 – 20.02.2020
26.01.2014 – heute

Die Verbundenheit der Familie des langjährigen Zeugwarts Karl Fink, die neben dem alten Feuerwehrhaus in der Pfarrgasse wohnt, mit der Abtswinder Feuerwehr beweist auch ein Bild in der Chronik aus dem Jahr 1966 auf dem der Vater Karl mit seinen drei Söhnen Feuerwehrsignale bläst. Das Geben der Feuerwehrsignale mittels eines Feuerwehrhorns wurde in Abtswind übrigens noch bis in die jüngere Vergangenheit gepflegt und geübt. Aber auch viele andere Abtswinder Familiennamen tauchen immer wieder in der Chronik auf, als Beweis für Pflichterfüllung im Dienst der Allgemeinheit.
Aus der Zeit des 1. Weltkrieges fehlen im Protokollbuch jegliche Aufzeichnungen. Auch aus der Zeit des sog. Dritten Reiches von 1933 -1945 sind die Aufzeichnungen recht dürftig. Das Protokoll vom 20. Mai 1933 erwähnt ein Versammlungsverbot. Im Protokoll vom 24. März 1935 ist von einer Neuordnung des Feuerwehrwesens die Rede, was auf eine der damaligen Zeit entsprechenden Reglementierung schließen läßt. In der Generalversammlung am 11. Juni 1938 wurde eine Zahlung von 12 Mark aus der Feuerwehrkasse für die Ehrung des damaligen Gauleiters Hellmuth in Wiesentheid genehmigt. Das Protokoll vom 1. Dezember 1940 dokumentiert am besten den Wandel in dieser Zeit. Das ist die Rede von der Vereidigung der freiwilligen Feuerwehr, von Oberfeuerwehrmännern und der Kommandant wird Wehrführer genannt. Aber auch ein Einsatz in Greuth zur Löschung einer Brandbombe ist erwähnt. Danach fehlen bis zum 16.09.1945 jegliche Aufzeichnungen. Nach mündlicher Überlieferung haben im Weltkrieg, wie überall, auch bei der Feuerwehr Abtswind ohne viel Aufhebens Frauen die zum Wehrdienst eingezogene Männer voll ersetzt, von denen aus Abtswind 35 gefallen und 8 vermißt sind.

Der erfolgreiche Einsatz einer Feuerwehr hängt nicht nur von dem Einsatzwilllen der Menschen sondern in hohem Maß auch von ihrer technischen Ausrüstung ab. Eme gute technische Ausrüstung der Abtswinder Feuerwehr war immer ein Anliegen der dafür Verantwortlichen. Schon von Anfang an besaß die Abtswinder Feuerwehr Handspritzen, Schläuche und Feuerwehrleitern. 1904 wurde dann eine fahrbare Feuerwehrleiter angeschafft, die heute als historischer Zeitzeuge zu bestaunen ist. Immer wieder ist in den Protokollen von der Anschaffung von Schläuchen, Hydrantenwagen aber auch von Uniformstücken die Rede.

Die moderne Zeit begann dann im Juni 1930 mit der Anschaffung der ersten Motorspritze, die fast 30 Jahre ihren Dienst tat und erst 1958 durch eine neue ersetzt wurde. 1938 wurde wegen des Umfanges der Ausrüstung von der Gemeinde in der . Pfarrgasse ein neues Gerätehaus gebaut, welches am  02.03.1938 bezogen wurde.

 

Die verstärkte Ansiedelung von Gewerbebetrieben in Abtswind und die dadurch entstandenen spezifischen Brandgefahren sowie die Nähe der Autobahn mit ihren Gefahrenquellen machte es 1987 für die Gemeinde erforderlich, zur bisherigen Anhäng-Motorspritze ein modernes Feuerwehrauto des Typs LF 8 der Marke Mercedes-Benz, Modell 711 D 37, mit „Ziegler-Aufbau” und entsprechender technischer Zusatzausrüstung wie schwerem Atemschutz und Rettungsschere anzuschaffen, das am 1. Mai 1988 in einer würdigen Feier und entsprechender Übung seiner Bestimmung übergeben wurde. Diese Vergrößerung der technischen Ausrüstung ließ auch das alte Feuerwehrhaus zu klein werden, so daß ein neues an·der Rehweiler Straße errichtet werden mußte. Dieses seinerzeit moderne, den Ansprüchen zugeschnittene Haus mit Einliegerwohnung und sanitären Einrichtungen für die Festveranstaltungen auf dem Platz hinter dem Feuerwehrhaus wurde am 19.08.1989 feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Wie bei allen Vereinen und Vereinigungen spielt seit ihrem Bestehen auch bei der freiwilligen Feuerwehr von Abtswind das Geld eine nicht unwesentliche Rolle, sei es als Spende, Zuschuß, Mitgliedsbeitrag, Strafe oder Feuerschutzabgabe. In der Chronik wird erstmals am 08.10.1901 von Strafen für unentschuldigtes Fernbleiben von der Übung berichtet. Im Erstfall waren damals 10 Pfennige, im Zweitfall 20 Pfennige an die Vereinskasse zu entrichten, während im Drittfall der Ausschluß erfolgte. Die Einkassierung der Strafen oblag dem Gemeindediener. 1910 drohte den Mitgliedern, die im Jahr nicht einmal ausrückten, ein Strafe von 1,20 Mark oder der Ausschluß. 1912 betrug der Mitgliedsbeitrag für passive Mitglieder 1,50 Mark. Erstmal taucht zu dieser Zeit auch der Begriff „Pflichtfeuerwehr” auf, der man beitreten konnte, wenn man keinen Beitrag bezahlen wollte. Große Reichtümer aber wurden nie angesammelt. 1913 wird der Kassenbestand mit 32,15 Mark angegeben. Die Inflation in den zwanziger Jahren machte sich auch bei den Beiträgen bemerkbar. So betrug der Beitrag 1922 für passive Mitglieder 10.000 Mark, während er 1924 dann wieder nur noch 2 Goldmark betrug. In dieser Zeit berichtet die Chronik häufiger, daß wegen ser schlechten Kassenlage keine Festlichkeiten stattfinden konnten. Lange Zeit finden die Beiträge oder Strafen dann keine Erwähnung mehr. Erst 1958 wird wieder von einem Beitrag von DM 10,-für diejenigen über 18 Jahren berichtet, die nicht an den Übungen teilnehmen. 1964 wird auch wieder die Festsetzung einer Strafe von DM 1,-zu Gunsten der Vereinskasse für das unentschuldigte Fernbleiben von einer Übung protokolliert. Dieser Betrag wurde 1969 auf DM 2,- und 1977 auf DM 5,- erhöht. Die schlechte Zahlungsmoral der passiven Mitglieder und die chronisch schlechte Kassenlage ließ 1976 den Ruf nach einer örtlichen Feuerschutzabgabe immer lauter werden. So betrugen die Einnahmen aus Beiträgen und Strafen in der Zeit von 1969 bis 1976 insgesamt DM 3.163,75, denen Aus gaben für Feuerwehrmaterial und Reparaturen von DM 3.369,53 in diesem Zeitraum gegenüberstanden. Unter dem Eindruck dieser Zahlen wurde die Feuerschutzabgabe dann auch 1977 von der Gemeindeverwaltung beschlossen. Sie wird von allen männlichen Einwohnern im Alter von 18 bis 60 Jahren erhoben, die nicht aktiv in der Feuerwehr von Abtswind Dienst tun. Sie betrug jährlich DM 40,-.

Die Motivation und die Einsatzbereitschaft jeder Feuerwehr zeigt sich bei allem Übungseifer immer erst so richtig im Ernstfall und davon gab es in der Geschichte der freiwilligen Feuerwehr von Abtswind leider nicht wenige. Es würde zu weit führen, alle Einsätze aufzuzählen. Von den Großeinsätzen seien nachfolgend einige aufgeführt, obwohl mancher unerwähnte kleine schnelle Einsatz oft mehr verhindert hat. Auch werden im Protokollbuch lange Zeit die echten Einsätze nicht aufgezeichnet. Die erste Erwähnung erfolgt im Bericht für 1930 über den Einsatz beim Brand einer Dreschmaschine des Herrn Veit. Der nächste Einsatz wird erst wieder 1935 bei einem Brand im Anwesen des Andreas Höfer bekundet, bei dem sich auch die neue Motor-spritze in Verbindung mit der Wasserleitung gut bewährt hat.

An größeren Einsätzen in Abtswind sind protokolliert:

25.03.1956
31.08.1958
24.08.1966
29.06.1968
27.07.1971
29.04.1971
30.12.1984
21.05.1985
20.09.1986
09.12.1986
19.07.1989
05.05.1990

Waldbrand am Hasenberg
Grossbrand ausgehend vom Gasthaus Krone
Brand Anwesen Willy Schulz
Brand im Anwesen Erwin Klug
Brand im Anwesen Hans Elflein
Waldbrand beim Fehrerhaus
Brand im Anwesen Georg Büttner
HOchwassereinsatz in der Greuther Strasse
Zimmerbrand im Anwesen Friedrich Senft
Schwelbrand im Anwesen Greuther Strasse 23
Zimmerbrand im Anwesen Röthleinsweg 25
Strohballenbrand am “Rüdenhäuser Wäldchen”

Neben diesen Einsätzen im Ort wurde auch in den Nachbargemeinden immer wieder bei größeren Bränden geholfen und die Leistungsbereitschaft unter Beweis gestellt, wie auch die Nachbarwehren immer bei den größeren Schadensereignissen in Abtswind mit großem Einsatz wirkungsvoll halfen. Um einen hohen Leistungsgrad erreichen zu können bedarf es fortlaufender Schulungen vor Ort oder auf entsprechenden Schulen. Immer wieder haben sich in der Vergangenheit Mitglieder der Abtswinder Feuerwehr bereit erklärt, das Angebot dieser überörtlichen Schulungen auf den verschiedensten Gebieten anzunehmen und dafür ihre Zeit zu opfern. Das Ergebnis spiegelt sich nicht zuletzt auch in den Erfolgen der Wehr bei den Leistungsprüfungen wieder. Seit 1966 hat eine stattliche Zahl von Aktiven (ab 18 Jahren) die Prüfung für das Leistungsabzeichen in den verschiedenen Stufen mit Erfolg abgelegt.

Erfreulich ist, dass auch die Jugend beiderlei Geschlechts (im Alter von 12-18 Jahren) wieder starkes Interesse am Dienst in der Abtswinder Feuerwehr gefunden hat und entsprechend gefördert sowie geschult wird. Dies ist nicht zuletzt auch das große Verdienst des damaligen 1. Kommandanten Robert Wendel und dessen Stellvertreter Alfred Dallner sowie der neu geschaffenen Funktion des Jugendwartes. Schon 1974 legten 10 Jungen und 4 Mädchen die Jugendleistungsprüfung mit Erfolg ab und erhielten dafür die Jugendleistungsspange. Immer wieder in den Folgejahren nahm die Jugendgruppe mit Erfolg an solchen Wettbewerben teil und immer wieder bis heute unterziehen sich die Jugendlichen mit Erfolg den Leistungsprüfungen als künftige würdige Nachfolger der Senioren. Beim Bezirksentscheid im September 1990 errang die Abtswinder Jugendgruppe erstmals sogar den ersten Platz und vertritt auf Grund dieses Erfolges 1991 den Bezirk Unterfranken beim Landesentscheid für Bayern in Miltenberg. Aber nicht nur als Retter und Helfer fungiert die freiwillige Feuerwehr von Abtswind. Sie ist auch ein wichtiger Träger des gesellschaftlichen Lebens in Abtswind. Der Feuerwehrball ist von alters her ein fester Bestandteil der Festlichkeiten in Abtswind. Erstmals berichtet von solch einem Ball das Protokoll vom 08.12.1895 und in vielen anderen Protokollen wird davon geschrieben. Nach dem Brand im Gasthaus „Krone” 1958 wurde er sogar einmal in der Turnhalle in Rüdenhausen abgehalten, weil in Abtswind keine entsprechenden Räumlichkeiten mehr zu Verfügung standen. Bis zur Errichtung des „Haus des Gastes” nutzte man auch das Zelt des Fremdenverkehrsvereins anlässlich des Steigerwald-Herbstfestes. In einem solchen Zelt wurde 1966 der damalige II. Kommandant Konrad Zwanziger zum ersten Abtswinder Weinkönig „Konrad I.” proklamiert. In dieser Würde blieb er bis heute ohne Nachfolger. Schon seit Jahren richtet die Feuerwehr beim Steigerwald-Herbstfest des Abtswinder Fremdenverkehrsvereins einen Abend zur Aufbesserung seiner Finanzen aus und immer wieder stellen sich die Mitglieder und Freunde der Feuerwehr sowie ihre Frauen und Freundinnen selbstlos für diesen Einsatz zur Verfügung.
Auch zur Pflege der Tradition trägt die Feuerwehr bei. So wurde seit 1965 alljährlich zum 1. Mai von ihr unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung auf dem Marktplatz ein Maibaum aufgestellt, verbunden mit einem gemütlichen Treff unter dem Baum oder bei schlechtem Wetter im neuen Feuerwehrhaus. Diese Tradition des Maibaumaufstellens wurde in der jüngsten Zeit auf die Dorfjugend übertragen, die diese Tätigkeit jedes Jahr erneut zu zelebrieren weiß.

 

 

Ein fester Bestandteil des kulturellen Abtswinder Lebens ist die 1970 durch den damaligen II. Kommandanten, Hermann Keil, ins Leben gerufene und von ihm viele Jahre geleitete Laienspielgruppe der Feuerwehr in wechselnder Besetzung. Die erste Aufführung fand am 22. 2. 1970 im Gasthaus Barwig statt. Gespielt wurden der Einakter „Polizeigericht” und der Vierakter „Bauernblut und Heimaterde”. Es folgte eine Künstlerpause bis 1976. Ab da wurde wieder mit ziemlicher Regelmäßigkeit im zwischenzeitlich errichteten und mit einer richtigen Bühne ausgestatteten „Haus des Gastes” vorwiegend Lustspiel-Theater gespielt und viel Zeit und Mühe für die Proben und die Ausgestaltung von dem Theater-Team aufgewendet. Der Zuspruch der Zuschauer und ihr Applaus ließen bis heute immer wieder den toten Punkt überwinden, der nach dem Spiel oft die Akteure überkommt und sie immer wieder den Meineid schwören lässt, dass es diesmal wirklich das letzte Mal gewesen sei. Hoffentlich bleibt das noch recht lange so und erklären sich immer wieder Mitglieder sowie ihre Frauen oder Freundinnen bereit, diese köstliche Stück Abtswinder Originalität zu bewahren.

 

So ist die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr von Abtswind seit ihrer Gründung 1891 immer auch ein Stück Dorfgeschichte, und eng verbunden auch mit der Geschichte von vielen Abtswinder Familien. Ihre Existenz wurde immer getragen von dem Einsatz- und Opferwillen ihrer Mitglieder und Förderer in guten und schlechten Zeiten und dem Bewusstsein, dass man gerade in einem Dorf wie Abtswind der gegenseitigen Hilfe besonders bedarf, getreu dem Wahlspruch der Feuerwehr: ,,Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr”.

Der Blick auf die Abtswinder Feuerwehr kann alle Abtswinder, Alt- und Neubürger heute mit Stolz erfüllen und manchen Tiefpunkt in ihrer Geschichte vergessen lassen. Der Idealismus hat sich durchgesetzt und der Blick auf die leistungsstarke, modern ausgerüstete Mannschaft und ihren guten Nachwuchs gibt den Abtswinder Bürgern und ihren Verantwortlichen allen Grund, diesbezüglich hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen.
Der Dank dafür gilt allen, die zu diesem positiven Bild beigetragen haben und beitragen.

 

© Copyright by Freiwillige Feuerwehr Markt Abtswind